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Gestationsdiabetes - Was ist das?

Schwangere mit Obst- und Gemüseteller; Foto: RioPatuca Images - Fotolia.com

Der Gestations- oder Schwangerschaftsdiabetes (GDM) ist eine Störung des Zuckerstoffwechsels. Sie tritt erstmals im Rahmen der Schwangerschaft auf und führt zu erhöhten Blutzuckerwerten.

Nach der Geburt des Kindes normalisiert sich der Blutzuckerspiegel in der Regel wieder, jedoch haben betroffene Frauen ein erhöhtes Risiko später an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken.  

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Warum steigt der Blutzucker an?

Nach dem Verzehr von Kohlenhydraten (enthalten in Getreide und Getreideprodukten, Kartoffeln, Obst, Milch, flüssigen Milchprodukten, Zucker, Honig, Limonaden, Säften und allen Süßwaren) steigt der Blutzuckerspiegel an.

Das Hormon Insulin wird vom Körper in der Bauchspeicheldrüse gebildet. Es hat die Aufgabe Zucker aus dem Blut in die Zellen zu bringen und so den Zuckerspiegel im Blut zu regulieren. Wenn zu wenig Insulin zur Verfügung steht oder es nicht richtig wirken kann, steigt der Blutzucker zu hoch an.

Die Schwangerschaft stellt eine erhebliche Belastung für den Stoffwechsel der Mutter dar. Durch die Schwangerschaftshormone steigt der Insulinbedarf. Kann die Schwangere diesen erhöhten Bedarf nicht durch Mehrproduktion von Insulin ausgleichen, steigt der Blutzuckerspiegel höher als üblich und man spricht von Schwangerschaftsdiabetes.

Nach der Geburt wird wieder weniger Insulin benötigt und die Blutzuckerwerte normalisieren sich in der Regel wieder. Dennoch besteht ein erhöhtes Risiko in einer weiteren Schwangerschaft wieder einen Gestationsdiabetes zu entwickeln bzw. in den folgenden Jahren an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken. 

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Blutzucker-Normwerte in der Schwangerschaft

Nüchtern: 50-92 mg/dl

1 Stunden nach der Mahlzeit: unter 130 mg/dl   

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Wer neigt zum Schwangerschaftsdiabetes?

Frauen, die...

  • über 30 Jahre alt sind.
  • zu Beginn der Schwangerschaft übergewichtig sind.
  • Familienangehörige mit Diabetes mellitus Typ 2 haben.
  • in einer vorangegangene Schwangerschaft schon einmal einen Gestationsdiabetes hatten.
  • bei vorangegangenen Geburten ein besonders großes Kind (Gewicht über 4500 g) geboren haben.
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Ist der Schwangerschaftsdiabetes gefährlich?

Sowohl für das ungeborene Kind als auch für die Mutter kann ein unbehandelter oder unzureichend therapierter Schwangerschaftsdiabetes gefährlich sein.

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Risiken für das Baby

Ein hoher Blutzucker der Mutter führt über die Placenta ebenso zu einem hohen Blutzucker beim ungeborenen Kind. Das Kind im Mutterleib versucht den hohen Blutzucker durch eine stärkere Insulinproduktion auszugleichen. Das überproduzierte Insulin bewirkt ein überschießendes Wachstum des Kindes; das Kind wird sehr groß und schwer. Bei nicht behandeltem Gestationsdiabetes werden so oft Säuglinge mit einem Gewicht von über 4000 g geboren. Dabei sind Geburtskomplikationen häufiger und oft ist die Entbindung durch Kaiserschnitt erforderlich.

Weitere Komplikationen bei unbehandeltem oder schlecht therapiertem Gestationsdiabetes können sein: Frühgeburt, Totgeburt, Anpassungsprobleme und Unterzuckerungen beim Neugeborenen.

Zudem kann der Stoffwechsel der ungeborenen Babys falsch geprägt werden – das Risiko für Übergewicht und Diabetes im späteren Leben steigt.

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Risiken für die Schwangere

Frauen mit  Gestationsdiabetes haben häufiger Harnwegsinfekte, Gestosen (Wassereinlagerungen, Bluthochdruck) und neigen später dazu, einen Typ-2-Diabetes zu bekommen.