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Insulin - wenn gesunde Ernährung und Bewegung nicht reichen

Foto: © fovito/Fotolia.com

Bei einigen Frauen ist zusätzlich eine Insulinbehandlung erforderlich.

Dabei reicht es oft, kleine Mengen eines schnell wirkenden Insulins vor den Hauptmahlzeiten zu spritzen. Manchmal wird (zusätzlich) vor dem Schlafengehen und eventuell morgens ein lang wirkendes Insulin gespritzt, das den Grundbedarf abdeckt und einen hohen Nüchternblutzucker verhindert.

Zur Insulinsorte und Dosierung wird Ihnen Ihre Ärztin/Ihr Arzt eine individuelle Verordnung geben. 

Hier lesen Sie die wichtigsten Punkte zum Thema Spritztechnik und Umgang mit Insulin:

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Wie sollen Sie Ihr Insulin lagern?

Insulinvorräte müssen in der Verpackung im Kühlschrank (4-8 °C) gelagert werden. Am besten eignet sich hierfür das Gemüsefach. Das Insulin, das Sie gerade verwenden, kann ungekühlt bleiben. Bewahren Sie es etwa bei Zimmertemperatur lichtgeschützt (im geschlossenen Pen) auf. Unbedingt zu vermeiden sind starke Erhitzung, Sonneneinstrahlung und Gefrieren des Insulins - dies würde die Wirkung beeinflussen. Beachten Sie das Ablaufdatum! 

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Wohin spritzen Sie Ihr Insulin?

Generell soll Insulin in das Unterhautfettgewebe (subkutan) injiziert werden. Formen Sie dazu eine dicke Hautfalte. In Ausnahmesituationen kann es auch in den Muskel (intramuskulär) verabreicht werden. Dort wird es schneller aufgenommen und wirkt rascher.

In die Vene (intravenös) wird Insulin nur vom Arzt verabreicht, z. B. in Form von Infusionen!

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Geeignete Spritzstellen

Spritzstellen schwangere Frau; pushinka11 - Fotolia.com Bauch: Hier wirkt Insulin am schnellsten.

Oberschenkel: Insulininjektionen wirken hier am langsamsten, daher für Basisinsulin am geeignetsten.

Oberarm: Die Aufnahme erfolgt mittelschnell. Von der Selbstinjektion am Oberarm wird jedoch abgeraten. Es kommt vermehrt zu ungewolltem intramuskulärem Injizieren. Durch die geringe Fläche entstehen leicht Gewebsveränderungen.  


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Noch einige wichtige Hinweise zu den Spritzstellen

  • Wechseln Sie bei jeder Injektion die Spritzstelle, um Veränderungen von Haut und Fettgewebe, zB Verhärtungen oder Dellen, zu vermeiden. An solchen Stellen ist die Aufnahme des Insulins nicht mehr kalkulierbar, Blutzuckerentgleisungen können die Folge sein.
  • Pflegen und beobachten Sie die Einstichstellen fürsorglich!
  • Achten Sie auf saubere Hände. Das Desinfizieren der Einstichstellen ist nicht zu empfehlen (könnte zum Austrocknen der Haut und Brennen beim Einstich führen). Voraussetzung ist aber eine regelmäßige Körperhygiene.
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Spritzen Sie niemals in ...

  • Narben
  • Gewebsverhärtungen
  • Muttermale
  • die Nähe von Krampfadern
  • Blutergüsse
  • Schwellungen
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Insulinspritzen mit dem Pen

  • Pen 20 x kippen (bei Verwendung von Misch- oder Verzögerungsinsulin)
  • Kappe abnehmen
  • Nadeldurchgängigkeit mit einer IE prüfen
  • Dosis einstellen
  • Spritzstelle frei machen
  • Mit einer Hand eine Hautfalte machen
  • Mit der Nadel gerade in die Falte stechen
  • Dosierknopf bis zum Anschlag drücken
  • Einige Sekunden warten
  • Nadel herausziehen
  • Kappe schließen 
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Ampullen richtig wechseln

  • Ampulle nicht bis zum letzten Tropfen leerspritzen
  • Nadel abschrauben
  • Pen auseinanderschrauben
  • Kolbenstange zurückstellen
  • Neue Ampulle einsetzen
  • Pen zusammenschrauben
  • Neue Nadel aufsetzen
  • Spritzbereitschaft prüfen 
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Handhabung von Pen-Nadeln

Alle Hersteller von Pen-Nadeln empfehlen die Einmalverwendung (Medizinproduktegesetz). Sollten Sie das Wechseln vergessen haben, denken Sie das nächste Mal daran.

Entfernen Sie die Pen-Nadeln am besten jeweils nach der Injektion und unbedingt über Nacht. Dies verhindert sowohl einen Flüssigkeitsaustritt mit Veränderung der Wirkung als auch eine Luftblasenbildung in der Ampulle.

Testen Sie nach dem Aufsetzen der neuen Nadel die Durchgängigkeit mit einer „Probe-Insulineinheit“ in die Luft.

Um Sie und Ihre Mitmenschen vor Verletzungen zu schützen, sollten Sie die gebrauchten Nadeln in einem stichfesten Behälter sammeln. Dafür eignet sich zB eine leere Mineralwasserflasche. Verschließen Sie den Behälter gut und entsorgen Sie ihn im Restmüll. 

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„Einmal-Pen“

Hier ist die Ampulle eingeschweißt, dadurch entfällt der Wechsel. Mit einem Rezept erhalten Sie gleich fünf Stück aus der Apotheke. Bezüglich der Spritztechnik und dem Nadelwechsel gehen Sie gleich vor wie mit einem normalen Pen.