Blutzucker-Pen sticht in Finger. © shutterstock Inc.


Blutzucker richtig messen! 


  • Blutzucker

    Bei gesunden Menschen liegt der Blutzuckerwert zwischen 70 und 100 mg/dl Blut (< 5,6 mmol/l). Nach dem Essen können auch bei gesunden Menschen Werte bis 180 (200) mg/dl gemessen werden. Eine möglichst optimale Blutzucker-Einstellung ist die Grundlage jeder Therapie bei Diabetes. Regelmäßig messen hilft, zu hohe oder zu tiefe Werte festzustellen und mit entsprechender Therapie Folgekrankheiten vorzubeugen.


  • INFO: 

    Der Blutzuckerwert lässt sich in zwei verschiedenen Einheiten angeben: 

    • Millimol pro Liter (mmol/l)
    • Milligramm pro Deziliter (mg/dl).

    zum Blutzuckerrechner >>

Notwendige Blutzuckerbestimmungen hängen von der Therapie ab und werden durch die behandelnden ÄrztInnen bestimmt. Diese informieren gerne darüber, zu welchen Zeiten der Blutzucker bestimmt werden soll und unterstützen Sie auch in der Handhabung des Blutzuckermessgerätes. Dieses sowie Teststreifen und Lanzetten für die Stechhilfe erhalten Sie mittels ärztlicher Verordnung von Ihrer Krankenversicherung.


Regelmäßige Blutzucker-Selbstkontrolle ist entscheidend, um Abweichungen festzustellen. 

 

  • Gängig sind 3-Punkt- oder 7-Punkt-Profile. Wie oft aber tatsächlich gemessen werden soll, hängt von Ihrer individuellen Therapie ab und richtet sich nach der Anleitung der betreuenden ÄrztInnen. Am besten klären Sie das in einem persönlichen Gespräch ab. 

    Beispiel für Blutzuckermessungen bei intensivierter Insulintherapie1

    • nüchtern
    • vor jeder Mahlzeit
    • vor dem Schlafengehen 
  • TIPP:

    Optimal ist es, wenn alle Werte im gewünschten Bereich liegen: 

    EinstellungszieleKapiläres Vollblut (mg/dl)
    Nüchtern / vor dem Essen < 90 bis 94
     1 Stunde nach dem Essen < 130 bis 140

Wie wird richtig Blutzucker gemessen? Ärztin misst bei einer Diabetes-Patientin Blutzucker mit einem Pen. © shutterstock Inc.

1. Hände waschen

2. Einschalten des Gerätes: Ein-/Ausschalttaste oder Einführen des Teststreifens ins Gerät

3. Blutstropfen gewinnen: 

  • Bei kalten Fingern Hände mit warmem Wasser waschen; auch Fingergymnastik hilft.
  • Zunächst Handfläche und dann auch den jeweiligen Finger zu den Fingerspitzen hin mehrmals ausstreichen.
  • Seitlich mit der Stechhilfe in die Fingerkuppe stechen.
  • Abwechselnd alle 10 Finger verwenden um Verhornungen zu vermeiden.
  • Weder die Fingerkuppe quetschen, noch zu fest drücken, denn dabei austretendes Gewebewasser verdünnt den Blutstropfen und falsche Messergebnisse sind die Folge.

4. Den Teststreifen in den Blutstropfen halten bis das Gerät genügend Blut hat und ein entsprechendes Signal gibt.

5. Messzeit abwarten (von Gerät zu Gerät verschieden). Blutzuckerwert im Tagebuch vermerken.


Umgang mit den Teststreifen                                                                       

  • Teststreifen vor Feuchtigkeit, Licht, Wärme und Kälte schützen.
  • Streifen in der Originaldose aufbewahren. Nach Gebrauch sofort wieder verschließen!
  • Nicht im Badezimmer lagern – wegen zu hoher Luftfeuchtigkeit!
  • Teststreifen der geöffneten Packung innerhalb von 3 bis 4 Monaten verbrauchen.
  • Beachten Sie das Ablaufdatum!

 

Wie oft sollte man die Lanzette wechseln? 

  • Alle Hersteller von Lanzetten empfehlen die Einmalverwendung (Medizinproduktegesetz).
  • Sollten Sie das Wechseln vergessen haben – das nächste Mal daran denken!
  • Vor und nach Gebrauch der Stechhilfe durch eine andere Person muss die Lanzette unbedingt ausgewechselt werden!
  • Entsorgung der gebrauchten Lanzetten in einem Hartplastikbehälter (z.B. leere Mineralwasserflasche). Diesen gut verschließen und zum Restmüll geben.

 

VORSICHT: Fehlerquellen, die den Blutzuckerwert verfälschen können 

  • Zu kleiner Blutstropfen
  • Finger mit Blutstropfen, in der anderen Hand Teststreifen. © shutterstock Inc. Falscher Umgang mit den Teststreifen
  • Ungewaschene Hände (z.B. Schweiß, Zucker)
  • Quetschen und „Melken“ des Fingers bei der Blutstropfengewinnung
  • Mehrmaliges Auftragen eines Blutstropfens auf das Testfeld
  • Zu hohe oder zu niedrige Umgebungstemperatur
  • Zu hohe Luftfeuchtigkeit
  • Große Höhe (z.B. auf einem Berg)
  • Starke Sonneneinstrahlung bei der Messung
  • Erhöhter Flüssigkeitsverlust (z.B. Krankheit)
  • Hohe Harnsäurekonzentration im Blut
  • Erhöhte Zufuhr von Vitamin C
  • Elektromagnetische Felder (z.B. Mobiltelefon)
  • Mangelhafte Wartung und Reinigung des Messgerätes  



1) Diabetes-Handbuch. Diabetes mellitus Typ 2. Disease Management Programm. Steiermärkische Gebietskrankenkasse: Seite 100